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Vor dem sechsten Monat sollte man ein Wallaby nicht als Handaufzucht versuchen, da sie noch nackt sind und ganz besondere Wärmebetten brauchen.
Sollte die Mutter es jedoch vorher aus dem Beutel werfen – es passiert bei manchen jungen Müttern, die sich scheinbar überfordert fühlen – so verweise ich hier auf das Buch von Dave Mc Cauley : Macropods. Ab dem sechsten Monat ist es nicht mehr ganz so problematisch, ein Kleines aufzuziehen. Jedoch muss man sich von Anfang an darüber im Klaren sein, dass es einen enormen Zeitaufwand kostet, ein oder zwei Tiere mit der Flasche aufzuziehen.
Ein sechs Monate altes Wallaby muss alle 4 Stunden seine Spezialmilch bekommen. (siehe Tagebuch) Wir benutzten hier die Spezialkängurumilch der Firma Biolac aus Australien, die wir uns von dort schicken ließen, auch zu beziehen über www.peeweespamperedpetproducts.com , Colorado USA Das gleiche gilt für die Spezialmilchflaschen mit den verschiedenen Saugern. Diese haben bei Wallabyaufzucht einen besonders langen Sauger. Der Postweg dauerte immer fast 2 Wochen. In den ersten beiden Monaten – Monat 6 und 7 – nimmt man Biolac Stufe 1, danach bis zum Ende der Flaschenaufzucht Stufe 2.
Die Tiere sollten mit einem Handtuch oder anderem weichen Tuch auf den Arm genommen werden und mit diesem Tuch „richtig gewrapt“ werden (fest eingerollt) so dass nur noch ein Teil des Oberkörpers und das Köpfchen herausschaut. Möglichst dann über die Augen ein kleines Tuch legen, dann fühlt sich das Kleine wie im pouch der Mutter. (meine Erfahrung: unser Joe wollte beim trinken immer alles sehen, bei Jill wurden die Augen abgedeckt. Sie fühlte sich wohler ohne ihr Umfeld zu sehen – siehe Tagebuch)

In den ersten Monaten müssen die kleinen Joeys nach dem Milchfläschchen stimuliert werden, damit sie ihren Urin und "Kaffeebohnen" absetzen können.

Danach brauchen sie natürlich ihre Kuschelzeit auf dem Arm – dies dient auch dazu, die Tiere möglichst zahm zu haben. So fühlen sie sich wie im Beutel der Mutter. Sie genießen es, wenn sie noch etwas im Tuch gekuschelt werden. Bei Flaschenaufzucht werden die Tiere in einen Spezial Stoffbeutel gesetzt, der gewärmt wird – als Ersatz für den „pouch“ des Muttertieres, wo sie auch gerne hineingehen. Auch sollte man sich den Beutel einige Zeit am Tag umhängen, damit die Kleinen die rhythmischen Bewegungen des Laufens kennen lernen, die zwar nicht hüpfend sind, wie die der Mutter. Wenn man den Beutel nicht selbst nähen will, nimmt man eine alte möglichst baumwollene Trainingshose, knotet die beiden Beine zusammen,  macht oben mit Clips ein Tuch dran und hängt sich das Ganze dann um.

Die beste Unterbringungsart, wenn man sie nicht als Beutel umhängen hat, ist in einem Kinderlaufställchen mit Netzgitter und einer Abdeckung oben – evtl. ein dünnes Spannbetttuch –. Die Abdeckung dient dazu, dass die Tiere – die besonders in dieser Altersstufe große Sprünge machen – nicht einfach ausreißen können. Einige Stunden Auslauf am Tag in einem dementsprechenden Raum muss gewährleistet sein. Außer der Milchverabreichung im vierstündigem Rhytmus soll etwas Heu, Pellet und ab und zu ein bisschen trockenes Weißbrot angeboten werden. Man kann auch versuchen, ganz kleine Apfel- und Möhrenstückchen zu reichen, jedoch nicht vor dem 7. Monat. Wasser sollte ebenfalls immer in ausreichender Menge vorhanden sein. Mehr zur Flaschenaufzucht schreibt Dave Mc Cauley in seinem Buch „Macropods.“- www.davesanimalfarm.com - Das Laufställchen sollte mehrmals täglich mit frischen Tüchern ausgelegt werden, um Infektionen zu vermeiden.