Das weibliche Wallaby kommt alle 28 – 34 Tage in die Hitze. Die empfängnisbereite Zeit ist jedoch nur ein Tag. Wenn dann der Tag der Geburt kommt, säubert das Weibchen seinen Beutel (pouch). Sie leckt ihn mit der Zunge sauber. Während der eigentlichen Geburtsphase sitzt sie ganz ruhig, der Schwanz liegt nach vorne zwischen den langen Hinterbeinen. Mit Speichel leckt sie eine Spur bis zu ihrem Beutel. Sobald der kleine ca. 2 cm große Embryo aus dem Geburtskanal heraus ist , - er ist fast wie ein Wurm, da noch keine Hinterbeine gebildet sind- krabbelt es in dieser Spur hoch bis er dann sicher im Beutel ist. Die Australier nennen die kleinen Wallabies „Joeys. Der Vorgang kann von 3 – 15 Minuten je 2 – 2,5 cm Weg dauern. Während dieses gesamten Vorgangs bleibt das Muttertier ganz ruhig sitzen. Im Beutel angekommen findet das Kleine dann eine von den 4 Zitzen der Mutter, dockt dort an, die Zitze schwillt an, der Mund des kleinen Joey wird mit Milch gefüllt und dichtet an der Drüse ab. So kann das Kleine bei den manchmal sehr großen Sprüngen des Muttertieres nicht aus dem Beutel fallen. Erstaunlicherweise kann das Weibchen bereits wenige Tage nach der Geburt wieder trächtig werden. Die Entwicklung dieses neuen Keimling in der Gebärmutter kommt aber zu einem sehr frühen Stadium der Zellteilung zum Stillstand und wird erst fortgesetzt, wenn das andere Junge – Joey – selbständig geworden ist. Solange das erste Kleine vorwiegend gesäugt wird, ist die Entwicklung des Nachkömmlings aufgehalten Wenn sich dann das erste Joey vorwiegend von Grünfutter und anderem ihm angebotenen Futter ernährt und somit von der Mutter unabhängiger wird, kann das Nächste aus der Reservehaltung weiter wachsen. So kann das weibliche Wallaby bereits einige Wochen nach Freiwerden des Beuteln, eine weiteres Junges gebären, ohne sich erneut paaren zu müssen. Das angedockte kleine Joey ist die ersten 4 Monate ohne Haare und mit geschlossenen Augen. Ab ca. der 15.Woche öffnet es die Augen und löst sich das erste Mal von der Zitze der Mutter ab. Auch guckt es das erste Mal für Sekunden aus dem Beutel, jedoch kann es noch nicht richtig sehen. (Bei unserem kleinen Jack konnte ich das mitverfolgen, da ich im Juni sah, wie Joe unsere Jill deckte. Die Aussagen der Literatur kann ich hier bestätigen. Am 8.9.06 konnte ich zum allerersten Mal den noch nackten Kopf mit den noch blinden, hellblauen Augen unseres Kleinen sehen) In den nächsten Tagen konnte ich beobachten, dass der Kopf keineswegs dem eines Känguru gleicht, sondern viel mehr dem eines kleinen Hundes. Es hatte Hängeohren. Mit 5 Monaten kann es dann sehen, auch wächst das Fell jetzt täglich und es schaut mehrere Male am Tag aus dem Beutel. Für kurze Sekunden verlässt es auch den Beutel. Wenn es in den Beutel zurückgeht, macht es dies mit einem Kopfsprung, d.h. der Kopf wird als erstes in den Beutel getaucht und dann der übrige Körper mit Beinen. Je nachdem wie es im Beutel sich ausstreckt, sieht man zeitweise das Muttertier entweder mit den riesenlangen Hinterläufen, die aus dem Beutel ragen oder aber auch der Schwanz und nur ein Bein hängen hinaus. Mit ca. 8 Monaten wird es zu groß für den Beutel der Mutter und sie nimmt es nur noch ganz kurze Zeit – bei Gefahr – hinein. (Bei unserer Jill konnte ich beobachten, dass, wenn sie zweimal kurz schnalzte, der kleine Jack nur den Kopf in den Beutel steckte, schnalzte sie mehrere Male ganz aufgeregt hintereinander, sprang er in den Beutel) Auch wenn das kleine Joey jetzt fast immer draußen ist, gibt die Mutter ihm die Gelegenheit von außen an der oberen Milchdrüse zu trinken. Sie produziert Milch in verschiedenen Stärken. Eine erste Sorte für das Neugeborene und eine andere für das ältere Joey. Die für das ältere Tier hat einen höheren Fettgehalt und Proteine und weniger Kohlehydrate.
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